Chronik
Über 175 Jahre Blasmusik in Altenmarkt
Aus einer kleinen Gruppe musizierender Männer ist eine der größten Kapellen im Land Salzburg geworden. Eine Chronik in Bildern und Meilensteinen.
Aufzeichnungen, alte Fotos und die Erzählungen der Älteren erzählen von Uniform und Tracht, von Kriegsjahren und Neubeginn, vom eigenen Musikheim und vom großen Jubiläum 2025.
- 175Jahre Blasmusik
- 13Kapellmeister seit 1850
- 7Stabführer seit 1924
- 99aktive Musikantinnen und Musikanten

um 1850
Die Anfänge
Eine Gruppe musizierender Männer
Aufzeichnungen, alte Fotos und die mündliche Überlieferung lassen mit ziemlicher Sicherheit darauf schließen, dass die Musikkapelle um 1850 entstanden ist. Schon damals spielte eine Gruppe musizierender Männer bei den verschiedenen Festen im Ort auf. Erster Kapellmeister war Schulmeister Karl Eckschlager.
um 1890
Die erste Uniform
Schützenuniform mit Lyra und Federbusch
Die erste einheitliche Kleidung war die alte Schützenuniform: schwarze, lange Hose, blaue Uniformbluse mit Stehkragen und silbernen Borten, das Musikabzeichen der Lyra und ein steifer Hut mit blauem Federbusch. Unter Kapellmeister Josef Degler (1890–1902) zählte die Kapelle 20 Mann.
1924
Verein der Musikfreunde
Gegründet am 30. Dezember beim Markterwirt
In der Zeit von Kapellmeister Peter Steiner wurde der „Verein der Musikfreunde Altenmarkt“ gegründet. Erster Obmann war der Kaufmann Martin Unterlaß; zwischen 150 und 200 Musikfreunde unterstützten die Kapelle finanziell. Im selben Jahr marschierte die Musik erstmals hinter einem eigenen Musikführer, Glasermeister Johann Oberbichler.
Im Zuge der Auflösung und Umgruppierung von Vereinen im „Deutschen Reich“ musste sich der Verein 1939 auflösen. Die Kapelle blieb jedoch während der gesamten Kriegszeit spielfähig.

1934
Die Tracht des oberen Ennstales
Seither mit dem „Reindlhut“
Nach dem Ersten Weltkrieg legte die Kapelle die Schützenuniform ab und kleidete sich zunächst in die sogenannte „Alttracht“. 1934 folgte die Bauerntracht des oberen Ennstales mit dem charakteristischen „Reindlhut“ – sie wird bis heute getragen.

1950
Neubeginn nach dem Krieg
Unter Oberlehrer Johann Schober
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Oberlehrer Johann Schober die Kapelle und formte sie zu einem Klangkörper mit 35 bis 40 Musikern. Weithin bekannt waren die „Altenmarkter Pfeiferlbuam“ – Kinder und Jugendliche mit Blockflöten und Trommeln, gegründet zur Nachwuchsförderung.

1969
Fest im Ortsleben verankert
Musik im ganzen Jahreskreis
Ob kirchliche Feste, Feiern der Gemeinde oder Konzerte: Die Musikkapelle ist fester Bestandteil des Altenmarkter Ortslebens und begleitet die Menschen durch das ganze Jahr.

1974
Die Ära Haitzmann
Auf dem Weg zur großen Kapelle
Kurz vor seinem Tod 1972 vertraute Johann Schober die Leitung Franz Haitzmann an. Mit Können, pädagogischem Geschick und viel Idealismus machte er die Kapelle zu einem der größten und leistungsfähigsten Klangkörper des Landes – mit 75 bis 80 Musikerinnen und Musikern.
1989
Neugründung als Verein
Eigene Statuten, erster gewählter Obmann
Bis 1989 wurde die Musikkapelle als freiwillige Musiziergemeinschaft ohne Statuten geführt; Kapellmeister, Musikführer und einige ältere Musiker kümmerten sich um alle organisatorischen und wirtschaftlichen Belange. Bei der Jahreshauptversammlung am 5. Mai 1989 wurde der Verein mit eigenen Statuten neu gegründet. Erster gewählter Obmann wurde Rupert Winter.

1992
Ein eigenes Musikheim
Aus dem alten Feuerwehrhaus wird das Musik- und Kulturhaus
Mit vereinten Kräften – und unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden der Musikantinnen und Musikanten – entstand aus dem alten Feuerwehrhaus das Musik- und Kulturhaus. Am 27. September 1992 wurde es eingeweiht. Mehr zum Musikheim →

1999
Neue Generation
Unter Mag. Johann Kirchgasser
Seit Ende 1994 leitet Mag. Johann Kirchgasser die Kapelle. Seine durchdachte Programmauswahl und konsequente Probenarbeit prägen eine erfolgreiche Zeit mit vielen Cäcilia- und Platzkonzerten.

2003
Tradition und Erneuerung
Ein neuer Stabführer
Die Kapelle wächst weiter. Alois Dolschek legt die Stabführerprüfung ab und führt die Musik ab 2004 als Stabführer an – bis heute.

2008
Mehr Platz für die Musi
Erweiterung des Musikheims
Weil die Zahl der Mitglieder ständig steigt, wird das Musikheim erweitert – mit größerem Probenraum und einem eigenen Büro für den Kapellmeister. Die Einweihung und Segnung folgt am 25. April 2009. Seit 2006 steht Karl Weiss am Dirigentenpult.

2015
Neues Gwand für die Musikantinnen
Das „Dirndlgwandl“
Seit 2014 tragen die Musikantinnen ein eigenes „Dirndlgwandl“ – passend zur Tracht der Kapelle.

2022
Ein neuer Kapellmeister
Rudi Hallinger übernimmt den Taktstock
Im Herbst 2021 übergibt Karl Weiss nach 15 Jahren den Taktstock an Rudi Hallinger. Bereits 2019/2020 ist aus den Reihen der Kapelle die „Moakta Böhmische“ entstanden.

2025
175 Jahre TMK Altenmarkt
Ein Fest für den ganzen Ort
Von 11. bis 13. Juli 2025 feiert die Kapelle ihr Jubiläum im Rahmen des 53. Altenmarkter Sommerfests – mit Festumzug, Sternmarsch, Feldmesse und vielen befreundeten Kapellen.
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