Dreizehn Kapellmeister haben den Taktstock der Musikkapelle Altenmarkt seit 1850 weitergereicht – vom Schulmeister der Gründerzeit bis zu Rudi Hallinger, der die Kapelle seit 2021 leitet.
1850 – 1913
Die Anfänge
Lehrer, Handwerker und Bauern am Pult
Die ersten Jahrzehnte prägten vor allem die Lehrer des Ortes. Unter Oberlehrer Josef Degler zählte die Kapelle bereits 20 Mann.
- 1850–1860 Schulmeister Karl Eckschlager sen.
- 1860–1875 Oberlehrer Karl Eckschlager
- 1875–1890 Oberlehrer Johann Fasching
- 1890–1902 Oberlehrer Josef Degler
- 1902–1905 Schmiedmeister Matthias Steiner
- 1905–1912 Johann Weitgasser
- 1912–1913 Jakob Trojer (Horner), provisorisch

1913 – 1948
Peter Steiner
genannt „Eisenhofer“
Nach der provisorischen Leitung durch Jakob Trojer übernahm Peter Steiner den Taktstock – und behielt ihn 35 Jahre lang, länger als jeder andere Kapellmeister in der Geschichte der Kapelle.
In seine Zeit fällt die Gründung des „Vereins der Musikfreunde Altenmarkt“ am 30. Dezember 1924, mit dem bis zu 200 Gönner die Kapelle unterstützten. Im selben Jahr marschierte die Musik erstmals hinter einem eigenen Musikführer. 1934 folgte die Einkleidung in die Bauerntracht des oberen Ennstales mit dem „Reindlhut“ – und durch die Kriegsjahre hindurch blieb die Kapelle spielfähig.

1948 – 1972
Johann Schober
Oberlehrer · Militärmusiker · Organist
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Oberlehrer Johann Schober die Kapelle. Der ehemalige Militärmusiker, Organist und Kirchenchorleiter formte sie zu einem Klangkörper mit 35 bis 40 Musikern.
Weithin bekannt waren zu seiner Zeit die „Altenmarkter Pfeiferlbuam“: Kinder und Jugendliche, die auf Blockflöten und Trommeln spielten – eine Nachwuchsförderung, von der die Kapelle über Jahrzehnte profitierte.

1972 – 1994
Franz Haitzmann
Schuldirektor · Posaunist · Ehrenkapellmeister
Kurz vor seinem Tod vertraute Johann Schober die Leitung dem Hauptschullehrer und späteren Direktor der Polytechnischen Schule an. Franz Haitzmann hatte Zugposaune am Mozarteum bei Prof. Josef Dorfner studiert, in der Militärmusik gespielt und die Salzburger Lehrerhauskapelle mitbegründet und geleitet.
Mit pädagogischem Geschick und viel Idealismus baute er die Musikkapelle zu einem der größten und leistungsfähigsten Klangkörper des Landes aus – mit 75 bis 80 Musikerinnen und Musikern. Gemeinsam mit Obmann Rupert Winter brachte er den Bau des Musikheims auf den Weg, eingeweiht 1992.
Bis heute ist er der Kapelle als Ehrenkapellmeister verbunden – und als Autor der Mundartgedichte zur Blasmusik.

1994 – 2006
Mag. Johann Kirchgasser
vulgo „Göttfried“ · Mozarteum & Graz
Ende 1994 hielt Franz Haitzmann die Zeit für gekommen und übergab an seinen Stellvertreter. Johann Kirchgasser brachte mit seinem Studium am Mozarteum Salzburg und an der Musikhochschule Graz große musikalische Kompetenz mit.
Seine durchdachte Programmauswahl und konsequente Probenarbeit bewährten sich – bei vielen Cäcilia- und Platzkonzerten.

2006 – 2021
Karl Weiss
Schlagzeuger · Bezirksobmann
Im August 2006 übernahm Karl Weiss, ein erfahrener Kapellmeister (unter anderem der MK Anif). Schon nach zwei Monaten Probenarbeit erspielte die Kapelle beim Landeswertungsspiel in St. Johann einen „Sehr guten Erfolg“ in der Stufe C.
Vor allem bei den Cäciliakonzerten setzte er mit seiner musikalischen Kreativität immer wieder neue Impulse. Nach zwei schwierigen Corona-Jahren übergab er im Herbst 2021 nach 15 Jahren planmäßig den Taktstock. Karl Weiss unterrichtet Schlagzeug am Musikum und ist seit 2013 Bezirksobmann des Pongauer Blasmusikverbandes.

seit 2021
Rudi Hallinger
Kapellmeister der TMK Altenmarkt
Im Herbst 2021 übernahm Rudi Hallinger die musikalische Leitung. Erfahrung brachte er reichlich mit: Von 2003 bis 2012 war er Kapellmeister der Trachtenmusikkapelle Pöham. Schon als Kapellmeister-Stellvertreter rief er 2019/2020 die „Moakta Böhmische“ ins Leben. Unter seiner Leitung feierte die Kapelle 2025 ihr 175-jähriges Jubiläum.
Musik ist für uns weit mehr als ein Hobby – sie ist ein Lebensgefühl, das uns verbindet.
Rudi Hallinger, Jubiläums-Nachrichten 2025